
Mittelformat der Zukunft mit der Fujifilm GFX 100 II
Mittelformat ist ein Mythos, von dem viele Fotografen träumen. Fujifilm lässt diesen Traum mit der GFX Reihe wahr werden. Nach vielen Jahren folgt auf die GFX100 mit der GFX 100 II jetzt also die nächste Generation. Jetzt sagt man sich vielleicht: "Ja gut, was soll sich an Mittelformat auch groß ändern?" Doch Fujifilm beweist einfach, dass bei Mittelformat noch mehr geht.
GFX Kameras sind Arbeitstiere und Fotografen, die mit diesen Kameras arbeiten, verdienen meist auch hauptberuflich ihr Geld damit! Doch bisher waren es Fotografen, die eine Fujifilm GFX Kamera besaßen.
Dieser Shortfilm ist ein Vorgeschmack auf die Videoqualitäten der GFX 100II und was man damit alles so machen kann. Wenn du also ein paar Minuten hast, schau dir diesen Shortfilm am besten einmal an.

Was ist neu an der GFX 100 II
Das Gehäuse ist kompakter als der des Vorgängers, denn der vertikale Griff ist weg (GFX100, nicht GFX100S). Diese und andere Anpassungen sparen Gewicht und so wiegt die neue Fujifilm GFX 100 II nur noch 867g. Es gibt auch einen neuen Sensor, auf den wir später noch detailliert eingehen. Aber auch 8K Video-Unterstützung ist jetzt mit der neuen GFX 100 II mit 30fps verfügbar. Das ist erst einmal nicht besonders, denn im Vollformat findet man immer wieder mal 8K, doch sprechen wir eben nicht von einem Vollformatsensor, sondern einem Mittelformatsensor und oft nicht mit 30fps!
Der Bildstabilisator der GFX100II ist in der Lage, bis zu 8 Blendenstufen zu stabilisieren; das ist bei MFT- oder Vollformatsensoren oft nichts wirklich Außergewöhnliches, doch wir sprechen hier von einem Mittelformatsensor. Diese sind wesentlich größer und schwerer, was den Bewegungsausgleich für die technischen Komponenten sehr anspruchsvoll macht.
Es wurde ein neuer Sucher verbaut, der nicht nur größer, sondern auch schärfer und kontrastreicher ist: Er ist auch noch mit dem alten Aufstecksucher kompatibel.
Zusätzlich bietet die Kamera einen HEIF Image Format Support, was bei den 100 Megapixeldatein sicherlich einige Fotografen freuen wird. Fotojournalisten wird die Integration von IPTC Metadata freuen, welcher als Standard für Presse-Metadaten genutzt wird. Wir haben jetzt noch einige weitere Punkte auf die wir noch eingehen, aber dazu später.
Wir hatten die Kamera ein erstes Mal bereits auf der Photopia in der Hand und dabei auch die neuen GF Optiken von Sirui. Wenn dich das interessiert, solltest du auch hier mal reinschauen.
Der neue Sensor der GFX 100 II
Rund um den Sensor gab es einige Neuerungen, wie die Standard ISO von 80. So ist die Kamera auch in der Lage Fotos mit einer 16-bit Farbtiefe aufzunehmen, was einen sehr großen Dynamikumfang der Aufnahme ermöglicht. Die neu gestalteten Mikrolinsen der GFX100II bieten eine bessere Lichtabdeckung und damit auch eine deutlich verbesserte Randschärfe und Detailliebe, wie sie die GFX 100 MK1 nicht bieten konnte. Auch hat der neue X-Prozessor 5 Einzug gefunden, auf den wir später eingehen.
Pixel Shift Multishot für bis zu 400MP
Wem 102 Megapixel nicht genügen, kann mit dem Bildstabilisator den Maßstab noch viel höher setzen, mit bis zu 400 Megapixel-Aufnahmen. An dieser Stelle wird es spannend, denn Fujifilm geht hier so vor, dass die Kamera 20 Aufnahmen tätigt, bei denen jeder RGB-Farbkanal (also Rot, Grün und Blau) einzeln aufgenommen und dabei der Sensor über den Bildstabilisator verschoben wird, was der Name der Funktion ja bereits sagt. Doch dadurch, dass die Aufnahmen in den einzelnen Farben aufgenommen werden, kommt es zu fast keinen Falschfarben.
Analogfilmsimulation im Mittelformat
Die vielleicht beliebteste Funktion der Fujifilmkameras findet sich nun auch in der Mittelformatkamera wieder. Dabei werden 20 Analogfilmsimulationen bei der GFX100II angeboten, welche sich auch noch anpassen und individualisieren lassen. Besonders bemerkenswert ist die Rückkehr des Reala Ace Films, als Filmsimulation in der GFX.

Autofokusleistung mit dem X-Processor 5
Dank des nun verbauten X-Prozessors bietet die Fuji GFX 100II eine deutlich bessere Autofokusleistung, als es bei den Vorgängern der Fall gewesen ist. Mit Hilfe der KI-Unterstützung erkennt die Kamera nun verschiedene Objekte. Wie man es aus dem Vollformat & Co kennt, kann die Fujifilm GFX100II jetzt Menschen, Tiere, Vögel, Autos, Fahrräder, Flugzeuge oder Züge erkennen. Dies verbessert die Zuverlässigkeit des Autofokus und bietet so die Möglichkeit, sich als Fotograf / Videograf mehr auf die Bildkomposition zu konzentrieren.

Die starken Videofunktionen der GFX 100 II
Genug von Fotos, kommen wir zu den Videofunktionen, welche die Kamera für einige Videoproduktionen interessant macht. Denn hier gibt es wesentliche Verbesserungen und Videoformatunterstützungen, die die GFX 100 II besonders interessant für die Verwendung in der Videografie machen.
- Inbody Entzerrung von Anamorph
- Unterstützung von Premista & Cabrio Objektiven
- minimaler Rollingshutter Effekt
- F-Log2 Support, hohe dynamische Reichweite von 14+ Stops
- Tracking Autofokus auch über Touch nutzbar
- Unterstützung vieler Cinemaformate / Videoformate
- Camera to Cloud Anbindung mit Frame.io
- Raw Output via HDMI
- lüfterkompatibel
- externe SSD über USB-Aufnahme unterstützt
- 8 Blendenstufen Sensorstabilisierung
- Pixel Mapping
- Waveform / Vectorscope
- ATOMOS AirGlu? BT Wireless Timecode
- Fullsize HDMI
- bei externer Aufzeichnung ist bis zu 12-Bit-RAW möglich
Bei all diesen Funktionen könnte man die Fujifilm GFX100II auch als eine IMAX Kamera im Budgetformat bezeichnen, denn sie ist sicherlich günstiger als die gängigeren Cinekameras, mit denen man sonst in IMAX Qualität filmt.
Die GFX100 II Sensorabdeckung bei Verwendung von GF Objektiven
Die GFX100 II Sensorabdeckung bei Verwendung von Premista Objektiven
Die GFX100 II Sensorabdeckung bei Verwendung von Anamorphen ObjektivenWas bringt Mittelformat für Video?
Wer sich jetzt mit Videoauflösungen, Codecs und Co. auseinandersetzt, wie in manch einer anderen Cinema Vollformat Kamera, wird hier etwas von den Möglichkeiten erschlagen. Denn es kommen auch noch viele Formate zum Tragen, welche größer als Vollformat sind. Hier spielt die Sensorgröße mit der Megapixeldichte zusammen: Je mehr Megapixel die Kamera besitzt, desto genauer wird die Farbechtheit und der Farbübergang des Bildes. Durch diesen feineren Farbübergang wirkt das Bild realistischer und bekommt mehr Tiefe, als es bei einem gröberen Netz aus (weniger Megapixel starken Sensoren) Megapixel-Sensoren der Fall ist. Natürlich neigt das Bild dazu, mehr zu rauschen, als es bei einem weniger Megapixel starken Sensor der Fall ist.
Fujifilm GFX 100II mit Cinemalens
Fujifilm GFX 100II mit Anamorphoten Cinemalens
Fujifilm GFX 100II mit Fujinon Premista CinemalensUnser Fazit
Das Mittelformat lebt weiter! Nicht nur mit einem starken Preis, sondern vielmehr mit dem Bruch vieler Klischees zum Vollformat. Gerade die Autofokusgeschwindigkeit hat diese Kameras meist vom Durchbruch in den Massenmarkt abgehalten. Doch ist der Mittelformatmythos noch greifbarer geworden denn je.
