Ihr Warenkorb

Fujifilm GFX 100 II Testbericht
Lesezeit: 10 Minuten - 20. Oktober 2023 - von Lennart Filthuth

Testbericht zur Fujifilm GFX 100 II - Das vollformatigste Mittelformat!

Wir konnten sie endlich testen und ausführlich damit arbeiten, weswegen wir euch jetzt einen Testbericht bieten können, der jeden einzelnen für das Vollformat - Entschuldigung - Mittelformat begeistert! Die Fujifilm GFX 100 Mark II kommt mit einem massiven 102 Megapixel Sensor, 8 Stufen IBIS, 8 Bildern pro Sekunde und auch 8K Video ist sie die vollformatigste Mittelformatkamera auf dem Markt!

Design, Gehäuse und Anschlüsse

Fuji hat mit der GFX 100 Mark II zweifellos eine Kamera entwickelt, die bereits auf den ersten Blick ihr gesamtes Potenzial offenbart. Ihr Design ist geprägt von einem modernen, aufgeräumten Erscheinungsbild, das jedoch optimal auf den professionellen Einsatz ausgerichtet ist. Bei der ersten Berührung der Kamera fällt die signifikant verbesserte Verarbeitung unmittelbar ins Auge. Die Kamera beeindruckt nicht nur durch ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern auch durch die hervorragende Haptik, die zum Teil auf der neuen, traditionell japanisch inspirierten Textur basiert.

Die großzügige Auswahl an personalisierbaren Bedienelementen ermöglicht eine effiziente und intuitive Handhabung, wodurch Arbeitsabläufe beschleunigt werden. Ein besonderes Highlight ist das großformatige, leicht abgeschrägte E-Ink-Schulterdisplay, das auch im ausgeschalteten Zustand wichtige Einstellungen anzeigt. Ob das ungewöhnliche Design tatsächlich einen signifikanten Mehrwert für die Benutzererfahrung bietet, bleibt subjektiv. Dennoch ist unbestreitbar, dass es äußerst ansprechend wirkt.

Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein großes 2,3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten. Der bewährte Klappmechanismus, den wir von Fuji-Kameras kennen und schätzen, ermöglicht eine flexible Ausrichtung in drei Richtungen und bietet sogar ausreichend Platz für einen externen Lüfter, auf den wir später näher eingehen werden.

Die Kamera wird von demselben Akku betrieben, der auch in den neuen X-T und X-H Kameras zum Einsatz kommt. Interessant ist jedoch, dass Fuji den integrierten Batteriegriff des Vorgängermodells entfernt hat, was die Kamera kompakter und handlicher macht. Benutzer, die dennoch einen vertikalen Griff bevorzugen, haben die Möglichkeit, diesen optional hinzuzufügen.

Auch hinsichtlich der Anschlüsse hat es Veränderungen gegeben. Neben einem USB-C- und einem Full-Size-HDMI-Anschluss verfügt die Kamera nun auch über einen RJ45 LAN-Anschluss, der bei der vorherigen Version vermisst wurde. Dieser Anschluss ist insbesondere für Profis von großer Bedeutung, sei es für Tethering über das Netzwerk oder die neue Camera-to-Cloud-Funktion, auf die wir gleich näher eingehen werden. Was die Speichermedien betrifft, setzt die neue GFX auf einen CFexpress Typ B- und einen UHS-II-SD-Kartenslot.

Der Movie-/Still-Schalter ermöglicht eine schnelle Umschaltung zwischen Foto- und Videomodus und bietet ein geteiltes Menü. Warum dies bei dieser Kamera von besonderer Relevanz ist, wird gleich erläutert. Uns persönlich gefällt das Design der Kamera ausgesprochen gut!

Neuer Sucher

Mit stolzen 9.44 Million Bildpunkten, 120 fps Bildwiederholrate und einer 1.0x Vergrößerung ist auch der neue EVF ein absoluter Spitzenreiter. Es macht einfach Spaß, mit einer hochauflösenden Kamera zu fotografieren und das Bild schon bei der Arbeit sauber beurteilen zu können.

Der Sucher ist übrigens auch bei der Mark II wieder abnehmbar und auch mit dem altbekannten Winkeladapter der GFX 100 kompatibel. Wer also einen tiltbaren Sucher braucht, wird auch hier nicht eingeschränkt. Was uns an dem Mechanismus allerdings aufgefallen ist: der Sucher hat durch diese Funktion leider minimal Spiel - das fällt allerdings auch nur auf, wenn man etwas Schweres, wie einen externen Monitor auf dem Blitzschuh befestigt. Es ist nicht stark, aber bemerkbar.

Achja, was wir uns an der Stelle noch wünschen würden: Unter dem abnehmbaren Sucher ist ja ein Blitzschuh mit Kontakten und da gäbe es einiges an wünschenswertem Zubehör, gerade im Videobereich. Also Fuji, vielleicht könnte man da ja noch bspw. einen Griff mit XLR Interface entwickeln?

Sensor und Bildqualität

Die GFX kommt mit einem 102 Megapixel Mittelformat Sensor und wem das jetzt verdächtig bekannt vorkommt, nein, das ist nicht der gleiche Sensor, den wir schon in der Mark I hatten. Trotz derselben Auflösung kommt hier ein neuer Sensor der zweiten Generation zum Einsatz. Fujis handlicher Name für das gute Stück ist "GFX 102MP CMOS II HS", wobei das "HS" auf die schnellere Datenauslese anspielt, die wohl den größten Unterschied zum Vorgänger darstellt.

Aber auch die Bildqualität hat sich verbessert. Die 16 Bit Farbtiefe in Kombination mit dem um knapp 30% verbesserten Dynamikumfang kann sich wirklich sehen lassen. In diesem Bild sieht man den großen Dynamikumfang, die weichen Schatten und die satten Farben. Trotz dieser enorm kontrastreichen Szene, haben wir sowohl in den hellen, als auch den dunklen Bereichen des Bildes noch alle Details und dabei gucken wir uns gerade "nur" das JPEG direkt aus der Kamera an.

Neue Filmsimulation Reala Ace

Und dann ist da noch die neue Filmsimulation: Reala Ace heißt das ganze und ist dem sehr beliebten Fujicolor Reala, oder auch Reala Ace, wie er in manchen Regionen genannt wurde, nachempfunden. Reala Ace kommt als relativ reine Filmsimulation, die dem eigentlichen Fuji Standard Provia Konkurrenz macht. Im Vergleich zu Provia sind die Schatten etwas heller, die Lichter markanter, Blautöne etwas dunkler und Grüntöne etwas wärmer. Alles in Allem freuen wir uns über den Neuzugang und über die insgesamt 20 verschiedenen Looks, die auf der GFX 100 Mark II nun wählbar sind.

Die Geschwindigkeit der Mittelformatkamera

Wenn wir bei der Kamera von "Vollformat-Performance" sprechen, dann geht es in erster Linie um die Auslesegeschwindigkeit des Sensors in Verbindung mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit durch den Prozessor. Das ist im Wesentlichen für drei Anwendungsfälle wichtig.

Serienbildgeschwindigkeit

Zum einen kann die Kamera nun mit bis zu 8 Bildern pro Sekunde in voller Auflösung fotografieren, was an sich schon extrem beeindruckend ist. Ich meine, es ist noch gar nicht so lange her, da war eine Mittelformatkamera noch an ein Stativ gebunden und die Verarbeitung von solch hohen Auflösungen dauerte extrem lange. Jetzt können wir mit 8 Bilder pro Sekunde mal eben so aus der Hand echte Serienbildaufnahmen machen? Das gibt ihr schon fast die enorme Flexibilität von Vollformatkameras, da kommen hochauflösende Flaggschiff-Modelle meist auf um die 10 Bilder pro Sekunde, also gar nicht so viel mehr.

Autofokus / Autofokusgeschwindigkeit

Wenn wir uns dieses Beispiel anschauen, können wir aber eigentlich auch direkt schon zum zweiten wichtigen Aspekt kommen und auch der hat direkt mit der schnellen Datenverarbeitung zu tun, denn diese 8 Bps können wir mit voller Autofokus-Nachführung & Belichtungsmessung fotografieren und obwohl der Autofokus der GFX 100S auch schon ganz gut war, hat Fuji hier echt nochmal nachgelegt. Das Autofokussystem kennen wir bereits aus den aktuellen Kameras des X-Systems und obwohl es Mittelformat-bedingt etwas träger ist, als wir es bspw. von einer X-H2s kennen, macht es die GFX 100 Mark II tatsächlich auch im Vergleich zu Vollformat Kameras konkurrenzfähig. Der Autofokus ist präzise und schnell genug, um die 8 Bilder pro Sekunde ohne großen Ausschuss zu nutzen. Endlich haben wir auch im GFX System eine saubere Motiverkennung von Menschen, Tieren und Fahrzeugen.
Erkannt werden die Motive übrigens durch die 425 Autofokuspunkte und durch die personalisierbaren Autofokus Zonen und die verschiedenen Settings für Autofokus Geschwindigkeit und -Empfindlichkeit, ist nun auch der GFX Autofokus enorm flexibel einsetzbar.

Letztlich darf man aber nicht vergessen, dass Mittelformat-Objektive immer noch viel großes und schweres Glas enthalten. Der Autofokus muss also gut arbeiten, um die Linsen zu bewegen, und das merkt man dann doch - sowohl in Sachen Geschwindigkeit, als auch Akustik.

Video und Rolling Shutter

Die dritte bedeutende Verbesserung in Bezug auf die Geschwindigkeit führt uns direkt zu den erweiterten Videofähigkeiten der GFX 100 II. Ein derzeitiges Problem, das Mittelformatkameras für den Videoeinsatz in der Vergangenheit eher weniger attraktiv gemacht hat, ist der sogenannte Rolling-Shutter-Effekt. Dieser Effekt tritt auf, wenn die Auslesegeschwindigkeit der Bildinformationen zu langsam ist und dadurch Verzerrungen innerhalb des aufgenommenen Videos auftreten. Während im Bereich der Fotografie dieses Phänomen nur bei extrem schnellen Motiven, wie etwa einem Schwung eines Golfschlägers, auffällt, stellt es im Videobereich ein weitaus gravierenderes Problem dar, da das Bild in Bewegung ist. Hierbei kommt es nicht nur auf die Bewegung des Motivs an, sondern auch auf die Bewegung der Kamera selbst.

Das Bemerkenswerte an der neuen GFX 100 II ist, dass Fuji es geschafft hat, den Rolling-Shutter-Effekt auf bemerkenswerte 15 Millisekunden zu reduzieren. Wenn Ihnen dieser Wert nicht unmittelbar viel sagt, keine Sorge – wir werden gleich genauer erläutern, welche Auswirkungen dies hat.

Allerdings sollte beachtet werden, dass diese beeindruckende Geschwindigkeit nur für Videoformate bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde gilt. Bei höheren Aufnahmeformaten scheint die Prozessorleistung nicht mehr auszureichen, und bereits ab einer Auflösung von 5,8K lässt sich eine deutliche Verschlechterung des Rolling-Shutter-Effekts feststellen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies keinesfalls als eine Schwäche der Kamera angesehen werden sollte. Im Gegenteil, die GFX 100 II bewegt sich so nah an der Leistungsfähigkeit von Vollformatkameras, dass sie zwangsläufig mit diesen verglichen wird. Daher sollte die relevante Information bezüglich des Rolling-Shutter-Effekts nicht sein, dass er bei höheren Auflösungen sichtbar ist, sondern vielmehr, dass er bei 4K-Auflösung NICHT sichtbar ist. Es ist beeindruckend, wie dieser großflächige Sensor so effizient ausgelesen werden kann, dass eine komfortable Aufzeichnung von 4K bei 60 Bildern pro Sekunde im Mittelformat möglich ist.

Der IBIS der Fujifilm GFX 100 II

Die GFX 100 II überrascht mit einer bemerkenswerten Neuerung, die insbesondere für diejenigen von Interesse ist, die mit einer Mittelformatkamera filmen möchten – das neue In-Body-Image-Stabilization (IBIS). Es ist vielleicht schwer zu glauben, aber dieses IBIS-System kann erstaunliche 8 Belichtungsstufen korrigieren, was zweifellos beeindruckend ist. Insbesondere, wenn man bedenkt, wie groß Mittelformatsensoren sind. Im Fall der GFX 100 II misst der Sensor stattliche 43,8 mm x 32,9 mm. Es ist geradezu erstaunlich, dass dieser Sensor in fünf Achsen innerhalb des Gehäuses so präzise bewegt werden kann, um eine derartige Belichtungskorrektur zu ermöglichen.

Wir möchten Ihnen anhand einiger Aufnahmen, die mit der GFX 100 II und dem 55mm f/1.7-Objektiv aus der Hand gefilmt wurden, die Wirkung dieses Systems verdeutlichen. Die Ergebnisse sprechen für sich und sind zweifellos beeindruckend.

Fujifilm IBIS Test mit einer 1/5 Sekunde Fujifilm IBIS Test mit einer 1/5 Sekunde

Der Bildstabilisator erweist sich nicht nur im Bereich der Videografie als bedeutend. Es sei daran erinnert, dass es sich hierbei um eine Mittelformatkamera mit einer beeindruckenden Auflösung von 100 Megapixeln handelt. Früher waren Aufnahmen aus der Hand mit Mittelformatkameras oft mit sichtbaren Verwacklungen behaftet, selbst wenn sie auf den ersten Blick scharf wirkten. Dank des neuen IBIS-Systems sind Aufnahmen mit sehr kurzen Belichtungszeiten möglich – und mit "kurz" meinen wir wirklich kurz. Als Beispiel sei eine Aufnahme mit einer 1/5 Sekunde Belichtungszeit genannt, die aus der Hand gemacht wurde. Selbst bei genauer Betrachtung zeigen sich keinerlei Mikroverwackler. Zu beachten ist allerdings, dass diese Aufnahme mit dem elektronischen Verschluss aufgenommen wurde, wodurch Erschütterungen durch den mechanischen Verschluss vermieden wurden. Dennoch ermöglicht der mechanische Verschluss Belichtungszeiten von bis zu 1/10 Sekunde, auch wenn wir dies nicht unbedingt empfehlen würden.

Darüber hinaus bietet der IBIS die Möglichkeit, höhere Auflösungen mithilfe des Pixel-Shift-Verfahrens zu erfassen. Durch das Verschieben des Sensors zwischen den Einzelaufnahmen können beeindruckende 400 Megapixel erreicht werden. Dies macht die GFX 100 II zur perfekten Kamera für Reproduktionsaufnahmen und Digitalisierungen. Die Verarbeitung dieser Aufnahmen erfolgt jedoch nicht in der Kamera selbst, sondern erfordert die Verwendung der Fujifilm Pixel-Shift-Combiner-App.

+ 1 weitere
UVP* 7.999,-
7.499,-
Nach dem Kauf erhalten Sie 500,- Euro von Fujifilm zurück. weitere Informationen :
Aktion gilt für : Fujifilm GFX 100 II

Fujifilm GFX 100 II

  • schneller GFX 102 Megapixel CMOS II HS-Sensor
  • hochauflösender elektronischer Sucher
  • intelligenter Autofokus
  • fortschrittliche Aufnahmefunktionen
  • professionelle Video-Funktionen
  • vielfältige Erweiterungsoptionen
  • integrierter Bildstabilisator
  • fortschrittliches Bedienungskonzept

Video

Die hohe Auflösung ist nicht nur für Fotografen von Interesse. Tatsächlich unterstützt die GFX 100 II im Videomodus beeindruckende 8K-Aufnahmen. Das Thema Auflösung und Formate ist jedoch recht vielschichtig, da die Kamera eine Vielzahl von Optionen bietet.

Im Kameramenü stehen vier verschiedene Formate zur Auswahl, die jeweils unterschiedliche Auflösungen und Seitenverhältnisse unterstützen. Erstens gibt es das Großformat, das den vollen Bildkreis nutzt und Aufnahmen in 4K, 5,8K Cine und sogar 8K ermöglicht. Bei den 4K- und 8K-Aufnahmen kann zwischen den Seitenverhältnissen 17:9 und 16:9 gewählt werden. Eine etwas kompaktere Option ist das Premista-Format, das speziell für die gleichnamige Cinema-Objektivreihe von Fuji optimiert ist. Hierbei wird nicht die gesamte Sensorbreite genutzt, jedoch bleibt der Bildkreis immer noch beeindruckend groß. Weiterhin kann zwischen 35 mm, also Vollformat, und Vollformat für anamorphe Linsen gewechselt werden, um zusätzliche Flexibilität zu gewährleisten. Insbesondere die zahlreichen anamorphen Modi erweisen sich für professionelle Filmemacher als äußerst nützlich.

Was die GFX 100 II zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Filmemacher macht, sind die zahlreichen integrierten Software-Funktionen, die speziell auf die Bedürfnisse von Profis zugeschnitten sind. Neben der Möglichkeit des USB-C-SSD-Recordings und der kamerainternen Entzerrung anamorpher Aufnahmen verfügt die Kamera über eine Vielzahl kleiner, jedoch äußerst wichtiger Features. Anzeigen wie die Waveform und Vectorscope unterstützen bei der richtigen Belichtung und die Fokusmap ermöglicht die präzise Einstellung der Schärfe. Dank des "Camera to Cloud"-Features können Aufnahmen in verschiedenen Formaten direkt an einen Frame.io-Account gesendet werden, um Kunden beispielsweise auf der anderen Seite der Welt eine Vorschau der aufgenommenen Inhalte bereitzustellen.

Über den HDMI-Anschluss können Aufnahmen mit kompatiblen Recordern in 8K bei 30p in 12-Bit Apple ProRes RAW oder Blackmagic RAW aufgezeichnet werden.

Mit F-Log 2 besteht die Möglichkeit, den maximalen Dynamikumfang aus den Aufnahmen herauszuholen. Um die Kamera bei all diesen Funktionen kühl zu halten, ist der externe Lüfter der X-H2-Serie ebenfalls kompatibel. Anfangs mag es vielleicht verwirrend erscheinen, da das Display nicht zur Seite klappbar ist, um Platz für den Lüfter zu schaffen. Aber es funktioniert - auch wenn es etwas ungewohnt aussieht. In einem Rig ist die Position des Displays jedoch weniger relevant, und somit ist die Funktionalität gewährleistet.

Wer sich also für die vielen weiteren technischen Aspekte, wie bspw. internes 4:2:2 10 Bit Farbsampling, Base ISO 80 im Fotobereich, Dual Gain ISO, ATOMOS AirGlu? BT Wireless Timecode und vieles mehr interessiert, dem empfehlen wir eine lange, vertraute Zweisamkeit mit dem Datenblatt.

Fujifilm GF 55mm Testaufnahme Architektur
Fujifilm GF 55mm Testaufnahme Portrait

Die neuen GFX Objektive

Neben der Einführung der beeindruckenden GFX 100 Mark II hat Fuji noch drei neue Objektive präsentiert, von denen jedes seine eigenen bemerkenswerten Merkmale aufweist.

Beginnen wir mit dem neuen GF 55mm F/1.7 WR, von dem du bereits einige Foto- und Videoaufnahmen gesehen hast, wenn du unser Video gesehen hast. Dieses 55-mm-Objektiv ist eine wahre Perle unter den Linsen. Es zeichnet sich durch seine vergleichsweise kompakte Bauweise, seine beeindruckende Offenblende und vor allem durch seine atemberaubende Schärfe aus. Mit einer Brennweite von etwa 44 mm bietet es ein äußerst natürliches Blickfeld und erzeugt in Kombination mit der großen Blendenöffnung eine äußerst sanfte, aber dennoch gestochen scharfe Freistellung. Das Bokeh, also die Qualität der Unschärfe im Hintergrund, ist einfach makellos rund, und die Schärfe nimmt äußerst gleichmäßig ab. Dieses Objektiv eignet sich nicht nur hervorragend für Portrait- und Lifestyle-Fotografie, sondern sollte praktisch in der Ausrüstung eines jeden GFX-Nutzers zu finden sein.

Zusätzlich zum GF 55mm gibt es noch zwei weitere Objektive, die ebenfalls beachtenswert sind. Diese sind das GF 30mm f/5,6 Tilt-Shift und das 110 mm Makro Tilt-Shift, ebenfalls mit einer Blende von f/5,6. Ja, du hast richtig gelesen - Fuji hat endlich Tilt-Shift-Objektive für ihr Mittelformatsystem entwickelt, und wir sind darüber äußerst erfreut. Die umfangreichen Anwendungsmöglichkeiten eines Tilt-Shift-Objektivs werden oft unterschätzt.

Für diejenigen, die sich noch nicht allzu intensiv mit Tilt-Shift auseinandergesetzt haben, hier eine kurze Erläuterung: Ein Tilt-Shift-Objektiv ist in der Lage, zwei grundlegende Bewegungen auszuführen, die von der Sensor-Ebene unabhängig sind: Neigung (Tilt) und Verschiebung (Shift). Diese Funktionen ermöglichen die einzigartige Steuerung von Perspektive und Schärfentiefe.

Warum sind diese Objektive also so wichtig und nützlich? Nun, die Shift-Funktion ermöglicht die direkte optische Korrektur von stürzenden Linien. Dies ist besonders für Architekturfotografen von großer Bedeutung, da sie beispielsweise ermöglicht, Gebäude, die von unten fotografiert werden, trotzdem annähernd gerade abzubilden. Diese Fähigkeit zur Korrektur stürzender Linien bietet auch in anderen Bereichen erhebliche Vorteile. In der Produktfotografie beispielsweise können stark reflektierende Oberflächen "gerade" fotografiert werden, ohne dass die Kamera sich im Motiv spiegelt, da die Kamera nicht exakt senkrecht zum Objekt positioniert sein muss.

Erklärung des Tilt / Shift Effekts

Die zweite wichtige Funktion, die Tilt-Funktion, ermöglicht die Verschiebung der Schärfeebene. Normalerweise verläuft diese Schärfeebene parallel zur Sensor-Ebene. Durch die Tilt-Funktion kann die Schärfeebene jedoch verschoben und schräg ausgerichtet werden, da die optische Achse geknickt wird. Dies ist beispielsweise in Setups wie dem gezeigten Beispiel äußerst nützlich.

Zudem kann das Objektiv gedreht werden, und wenn man alle drei Bewegungen kombiniert, eröffnen sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten.

Bisher gab es diese wertvollen Objektive schlichtweg nicht für das GFX-System. Dies lag auch daran, dass der große Sensor eine Linse erfordert, die einen größeren Bildkreis abbilden kann als nur den Sensor selbst. Fujifilm hat jedoch nun geschafft, vergleichsweise kompakte Objektive zu entwickeln, die keinerlei Kompromisse in Bezug auf die optische Leistung eingehen. Auch diese Objektive zeichnen sich durch ihre überragende Schärfe aus.

+ 1 weitere
1

Fujifilm GF 55mm f/1,7 R WR Fujifilm Mittelformat

2.098,-
2.598,-
Sie zahlen heute 2.598,-
Nach dem Kauf erhalten Sie 500,- Euro von Fujifilm zurück. weitere Informationen
+ 1 weitere
2

Fujifilm GFX 100 II

6.999,-
7.499,-
Sie zahlen heute 7.499,-
Nach dem Kauf erhalten Sie 500,- Euro von Fujifilm zurück. weitere Informationen

Preis und Fazit

Nun, nachdem wir alles Wissenswerte über die Kamera besprochen haben, lohnt es sich, einen Blick auf den Preis zu werfen und ein Fazit zu ziehen. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) von 7.999 € ist die Kamera sicherlich keine Anschaffung, die man leichtfertig trifft. Dennoch ist dieser Preis für eine Mittelformatkamera dieser Qualität durchaus fair.

Verglichen mit dem technisch weniger leistungsfähigen Vorgänger, der stolze 3.000 € mehr gekostet hat, erhalten wir nun ein Mittelformat-Flaggschiff zu einem Preis, der fast dem von Vollformatkameras entspricht. Die einzige vergleichbare Konkurrenz mit einem Mittelformatsensor ist die Hasselblad X2D 100C, die zwar ebenfalls über einen 100-Megapixel-Sensor verfügt, jedoch bei der Leistung (insbesondere im Videobereich) nicht mithalten kann und zudem noch teurer ist.

Zusammenfassend ist die neue GFX zweifelsohne eine technisch beeindruckende Kamera, die in gewisser Weise einzigartig auf dem Markt ist, wenngleich sich dies preislich nicht unbedingt widerspiegelt. Die Aspekte, die die Kamera noch von der Perfektion abhalten, wie der Rolling-Shutter-Effekt, die noch nicht ganz erreichte Perfektion in der Autofokusschnelligkeit, die Größe und das Gewicht des Systems, sind gegenwärtig einfach noch nicht zu überwinden. Diese Aspekte sind jedoch jene, in denen Vollformatkameras minimal die Nase vorn haben.

Die wichtigste Frage ist jedoch: Solltest du sich jetzt eine GFX 100 Mark II anschaffen? Nun, wenn es nach uns ginge, wäre die Antwort definitiv ja. Doch um die Frage ernsthaft zu beantworten, hängt es von verschiedenen Faktoren ab. Die neue GFX ist zweifelsohne eine Kamera für den professionellen Einsatz. Das bedeutet kommerzielle Aufnahmen, die für große Werbeflächen oder Magazine gemacht werden, Reproduktionen oder die Digitalisierung von Kunstwerken, oder den Einsatz in der Großformat-Videoproduktion. Gleichzeitig könnte sie aber auch für professionelle Hochzeits-, Mode- oder Portraitfotografen von Interesse sein, die bisher mit Vollformatkameras gearbeitet haben und bisher vor dem Mittelformat zurückschreckten.

Dennoch gibt es im Mittelformat-System nach wie vor Einschränkungen, für die es bessere Lösungen gibt, auch von Fuji. Für Aufnahmen mit extrem hoher Geschwindigkeit ist beispielsweise die X-H2s nach wie vor die bessere Wahl, insbesondere im Telebereich. Trotz ihrer kompakteren Größe ist die GFX 100 II immer noch eine wuchtige Kamera, daher gibt es auch für Streetfotografie, Reisefotografie oder den täglichen Gebrauch besser geeignete Alternativen.

Auf der anderen Seite ist die GFX für professionelle Filmemacher, die im Großformat arbeiten möchten, im Vergleich einfach unglaublich preiswert. Eine Arri Alexa Mini LF kostet beispielsweise das Zehnfache.

Mehr zu Fujifilm

Enge Räume - Portraits mal anders

Beim Vortrag / Liveshooting "Enge Räume" geht es um beeindruckende Kreativ-Sets für Peoplefotografie - und zwar auf engstem Raum. Fujifilm-X-Photographer und Fujifilm-School Trainer Jens Burger stellt sich und seine Arbeitsweise vor, bevor er mit seinem Model Josy in kürzester Zeit gleich 5 Sets zeigt. Und das alles auf einem kleinen Tisch mit einem Ringlicht. Man darf mehr als gespannt sein.

Jetzt nochmal ansehen!

Budgetfreundlich, aber leistungsstark: 5 Gründe warum sich die X-T30 III für dich lohnt

Du liebst gute Bilder, fotografierst gerne im Alltag, auf Reisen oder einfach zwischendurch? Wir geben dir die top Gründe aus unserem Praxistest, warum sich ein Blick auf die neue Fujifilm X-T30 III lohnt.

Mehr erfahren

Fujifilm X-E5 + XF 23mm f2.8 Neuheit

Das neue Power-Duo von Fujifilm ist unterwegs! Eine alternative zur X100VI? Alles was du über die neue Kompaktkamera mit dem wechselbaren Pancake-Objektiv wissen musst, findest du hier.

jetzt lesen

Landschaftsfotografie auf den Färöer-Inseln

Die unbändige Natur der Färöer ist außergewöhnlich und lädt dazu ein, mit der Kamera erkundet zu werden. Im Sommer, Herbst und Winter hat der Fujifilm X-Photographer Martin Hülle diese dramatische Landschaft erkundet und märchenhafte Szenerien des kleinen Archipels aufgespürt.

Jetzt nochmal ansehen!

Die neue Fujifilm GFX 100RF im Praxistest | Erfahrungen & Learnings mit Luis Rüsing

Die neue Fujifilm GFX 100RF verspricht Mittelformat-Power im kompakten Gehäuse. Gemeinsam mit Food- und Produktfotograf Luis Rüsing haben wir die Kamera im Live-Talk auf Herz und Nieren getestet. Erfahrt aus erster Hand, wie sich die GFX 100RF im Alltag schlägt, was ihre größten Stärken sind und warum sie das Mittelformat neu definiert.

mehr erfahren

Die Mittelformat Kompaktkamera von Fujifilm - Fujifilm GFX100RF

Nach dem Riesenerfolg der Fujifilm x100vi und der Leica Q3 haben wir nun zwei Kameras, mit APS-C und Vollformatsensor. Doch jetzt stellt Fujifilm mit der GFX100RF einen neuen Weg, eine Kompaktkamera mit einem Mittelformatsensor! Was diese Kamera alles so mitbringt, findest du in diesem Beitrag!

Jetzt Informieren

Einfache Portraits mit Charakter - Live-Workshop mit Thomas Jones

Bist du bereit, in die faszinierende Welt der Charakterportraits einzutauchen? In diesem Live-Workshop zeigt Thomas B. Jones dir, wie du authentische und ausdrucksstarke Bilder kreierst, die die Persönlichkeit deines Models perfekt einfangen kannst.

Jetzt nochmal ansehen!

Die besten Kameras 2024 - Die Wahl unserer Redaktion

Dieses Jahr hatte einiges zu bieten an neuen Kameras und vor allem vielen neuen Objektiven. Doch muss es eine Kamera für dich sein, welche dieses Jahr 2024 neu vorgestellt wurde oder sind Kameras aus 2022 oder 2023 noch Top Kameras, die wir zu den besten Kameras des Jahres 2024 küren? Die Antwort ist: Ja wir haben immer noch ältere Kameras, die zu unseren Favoriten gehören.

jetzt lesen

Interessante Aktionen

Fotografie-Blog | News, Technik & Inspiration

Kamera-Tests, Neuheiten und Inspiration für deine Fotografie! Im Foto Koch Blog findest du aktuelle Themen und Trends rund um die Fotografie und Videoproduktion.

Zum Blog

Jetzt die 0% Finanzierung nutzen mit Paypal

Noch heute alle Aktionen sichern und unkompliziert die neue Fotoausrüstung finanzieren.

Jetzt sichern

Demogeräte & Ausstellungsstücke

Schau dir unsere Demogeräte & Ausstellungsstücke an und spare dabei!

Jetzt sparen

Second Hand

Spare beim Kauf gebrauchter Kameras, Objektive oder anderer Second Hand Artikel.

jetzt sparen

Zuletzt betrachtete Artikel

Auch interessant

Das war 2025 bei Foto Koch

Das war euer Jahr in Produkten. Wir blicken zurück auf die beliebtesten Kameras, die größten Trends und eure meistgekauften Favoriten 2025.

Jetzt lesen

Jetzt die 0% Finanzierung nutzen mit Paypal

Noch heute alle Aktionen sichern und unkompliziert die neue Fotoausrüstung finanzieren.

Jetzt sichern

Newsletter

Aktuellste Angebote, exklusive Vorteile, Neuheiten, Events, Infos & mehr

Jetzt abonnieren

Fujifilm Mittelformat-Cashback

Beim Kauf ausgewählter Fujifilm GFX Kameras und GF Objektive erhältst du 500€ Cashback!

Jetzt sparen